Zum Inhalt Zum Menü
von Familie Pirkl

Geschichte von zwei Brüdern die nicht Josef heißen und trotzdem Eisenbahner wurden

Wien

Zeigen Sie, dass Ihnen diese ÖBB Familie gefällt!
Wir verlosen unter den Familien mit den meisten Herzen einen Nightjet-Citytrip.


13+


 

 

Bahnhof von Česká Třebová

Böhmisch Trübau oder Česká Třebová wurde 1845 an die Eisenbahn angeschlossen und entwickelte sich danach zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Im gleichen Jahr und am gleichen Ort wurde Ferdinand Blodik – der Ur-Urgroßvater von Erich und Klaus Pirkl – geboren und begründete eine 145-jährige bis heute anhaltende Eisenbahnertradition in der Familie Pirkl.

Die Familie kam ursprünglich aus der Landwirtschaft und hatte sich über drei Generationen zu Grundbesitzern emporgearbeitet. Auf seiner Heiratsurkunde war Ferdinand Blodik noch als Bauer eingetragen, am Taufschein seiner Tochter Emilie im Jahr 1973 wurde er schon als Heizer bei der Eisenbahn angeführt.

Taufschein von Emilia Blodnig, der Urgroßmutter der Pirkls

 

Urgroßvater Josef Pirkl

Emilie Blodik heiratete 1898 Josef Pirkl, und so kommt erstmals der Familienname der Pirkls ins Spiel. Josef Pirkl wurde 1869 in Böhmisch Trübau geboren und entstammt einer Handwerker- und Bauernfamilie und war bereits der dritte Josef im Familienstammbaum. Er erlernte den Beruf des Eisendrehers und war damit für einen Eisenbahnerberuf bestens vorbereitet.

Verleihung des Heimat und Bürgerrechts an die Familie von Urgroßvater Josef Pirkl

1918 übersiedelte die Familie Pirkl von Böhmen nach Wien und erhielt dort das Heimat- und Bürgerrecht – angeblich mit ein bisschen Glück, denn Urgroßvater Josef Pirkl musste für die Deutschprüfung einiges lernen und bestand die Prüfung angeblich mehr schlecht als recht.

Großvater Josef Fridolin Pirkl (ganz links) und Urgroßvater Josef Pirkl (zweiter von rechts)

Im gleichen Jahr wurde Josef Fridolin Pirkl 18 Jahre alt. Er repräsentierte bereits die dritte Generation der Eisenbahnerfamilie Pirkl. Der Großvater von Erich und Klaus Pirkl hatte den Beruf des Schlossers erlernt und war nach der Lehrzeit und verschiedenen Anstellungen in der Hauptwerkstätte Simmering von 1921-1923 und von 1924-1927 als Lokomotiv- & Wagenschlosser beschäftigt.

Großvater Josef Fridolin Pirkl: 3. von links in der letzten Reihe, in der Hauptwerkstätte Simmering vor einer Lok.

Die Erkennungskarte von Josef Fridolin Pirkl.

Zeugnis aus dem Jahr 1923

Revers von 1924

 

Die Großmutter der Pirkl Brüder erzählte, dass sie 1927 in der Hauptwerkstätte Simmering vorsprach und die Kündigung ihres Ehemannes verlangte, da der „Umgang der Kollegen“ in ihren Augen nicht der richtige war.

Großvater Pirkl im Jahr 1928

Das Kündigungsschreiben und der zu unterzeichnende Revers von 1924 dokumentieren aber die damalige Wirtschaftslage. Offizieller Grund der Kündigungen war jedes Mal der durch die Wirtschaftskrise bedingte mangelnde Bedarf an Arbeitskräften.

Von 1928 bis zu seiner Pensionierung 1960 war Josef Fridolin Pirkl Straßenbahnfahrer auf der Linie 72. Seine Begeisterung für schienengebundene Fahrzeuge hat ihn offensichtlich nicht losgelassen und diese Begeisterung hat er auch an seinen Sohn weitervererbt.

Josef Johann Pirkl, der Vater von Erich und Klaus Pirkl, wurde 1932 geboren und hat den Beruf des Feinmechanikers erlernt. Viele seiner Jahrgangskollegen gingen nach der Ausbildung in die Schweiz um in der dortigen Uhren- und Messgeräteindustrie gutes Geld zu verdienen. Josef Pirkl wollte aber seine Familie nicht verlassen und wurde daher 1955 Güterzugschaffner und später Zugführer bzw.  Liegewagenschaffner. Das Foto zeigt ihn im Jahr 1958

Josef  Johann Pirkl (im roten Hemd) bei seiner Pensionierung im Jahr 1987

Er ging 1987 als  Bundesbahn-Oberrevident in der Bundesbahndirektion Wien/Transportabteilung in Pension.

Bei den Söhnen von Josef Johann wurde mit zwei Familientraditionen gebrochen: Sie wurden weder Josef getauft, noch erlernten sie einen metallverarbeitenden Beruf. Der Eisenbahn sind sie dennoch treu geblieben.

Klaus Pirkl

Sohn Nummer 1Klaus Pirkl – wurde 1964 geboren und begann mit 15 Jahren, nach einem Jahr in der Handelsschule, die Ausbildung zur jugendlichen Fahrdienstleiter-Nachwuchskraft.

Er war dann durchgängig – mit Ausnahme eines kurzen Ausflugs in die damalige Generaldirektion – Fahrdienstleiter, Bahnhofsvorstand in Maria Lanzendorf und  Wolkersdorf.

Klaus Pirkl

Derzeit arbeitet Klaus Pirkl in der Kundeninformation in der BFZ Wien.

Sohn Nummer 2 – Erich Pirkl – wurde 1966 geboren und wollte im Alter von 15 Jahren die Schule schmeißen und seinen Traumberuf – Liegewagenschaffner auf der Strecke Wien Süd nach Venedig – ausüben. Den Aufnahmetest in der damaligen Bundesbahndirektion Wien hat er zur Schande seines Vaters nicht geschafft und er weiß bis heute nicht, warum ein Liegewagenschaffner eine Zinseszinsrechnung beherrschen sollte. So war er „gezwungen“ die Matura zu machen. In den Ferien jobbte er am damaligen Wiener Südbahnhof in der Personenkassa. Nach Matura und Bundesheer begann er die Ausbildung zum Bahnhofsbeamten am Wiener Südbahnhof.

Erster Dienstvertrag von Erich Pirkl

 

1988 musste er sich in der Generaldirektion Verkaufsdirektion (GD 4) zum Dienst melden. Erich Pirkl erinnert sich noch gut, dass er bereits am nächsten Tag wieder auf den Bahnhof zurückwollte. Doch Herr Blaschek, sein damaliger Vorgesetzter meinte lakonisch: “So a Chance kriegst nie wieder“, und so blieb er in der Generaldirektion.

Mag. Erich Pirkl

Nach einem berufsbegleitenden Studium und weiteren Stationen im Konzern ist Erich Pirkl seit 1.1.2012 Geschäftsführer der ÖBB Immobilienmanagement GmbH.

Die Brüder Klaus und Erich Pirkl mit ihren Familien

Ob auch die nächste Generation der Familie Pirkl zur Eisenbahn gehen wird, steht noch nicht fest. Derzeit liegen die Berufswünsche der Kinder von Erich Pirkl zwischendurch bei Eisprinzessin Elsa und Motorradfahrer. Aber allen 4 Kindern der 6. Generation ist das Interesse am Bahnfahren und „großen Zügen“ gemeinsam.

 

 

Eine Eisenbahnerfamilie mit Wurzeln in Italien und Deutschland

Unzmarkt

von Familie Liebhart

Auf dem ersten Bild zu sehen ist Stephan Liebharts Ur-Urgroßvater, Giovanni Sbardelatti. Er kam im Zuge der Errichtung der Rudolfsbahn aus dem Raum Udine nach Österreich und war dort als Vorarbeiter einer Baupartie eingesetzt. Der Name Rudolfsbahn leitet sich von der k.k. privilegierten Kronprinz Rudolf-Bahn Gesellschaft (KRB) ab. Deren 1868 bis 1873 eröffnete Hauptstrecke hatte ursprünglich folgenden Verlauf:…

Ohne Kommunikation geht gar nichts

Wien

von Familie Hoiden-Hrdliczka

Fernschreiber in der Generaldirektion Der Urgroßvater von Nina Hrdliczka, Franz Hoiden (geb. 1917 in Wien), wurde nach Abschluss der Volks- und Hauptschule vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zur deutschen Wehrmacht einberufen. Als Soldat einer Panzerdivision wurde er schwer verletzt und bis zum Ende des Krieges immer wieder in Lazaretten und Spitälern behandelt. Nach dem Krieg…

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.