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von Familie Sluka

Wie eine alte Uniform fast eine Ehe verhindert hätte

Wien

Hans Sluka, der Vater von Robert Sluka, Leiter des ÖBB-Personenverkehr AG Call Centers, hat als junger Mann nicht nur seine Berufung als Schaffner gefunden. Auch seine Frau hat er über den Beruf kennengelernt. Und das kam so.

Die Bahnkarte für den Sonderzug der Union-Baugesellschaft

Am 25. Juni 1960 wurde im Auftrag der Union-Baugesellschaft von den ÖBB ein Sonderzug von Wien Westbahnhof nach Losenstein durchgeführt. Hans Sluka war auf diesem Zug Schaffner. Bei der Fahrkartenkontrolle sagte ihm eine Frau, dass die zweite Fahrkarte für die kleine Tochter sei, die draußen auf der Plattform stünde. Er machte sich auf die Suche nach einem kleinen Kind, fand aber nur eine junge hübsche Frau von 21 Jahren. Als er zu ihr sagte „also so sehen kleine Mädchen aus, die mit der Mami eine Reise machen“ mussten beide lachen und das Eis war gebrochen.

Die junge Frau Sluka

Das Zugpersonal wurde von der Union Baugesellschaft eingeladen, den ganzen Tag inklusive Mittagessen mit den Gästen zu verbringen. Das ließ sich Hans Sluka natürlich nicht zweimal sagen. Bei der Rückfahrt wollte er mit der jungen Dame eine Verabredung ausmachen, aber sie lehnte ab, da sie glaubte er sei verheiratet. Denn die junge Dame ging just in dem Moment am Dienstabteil vorbei, als Hans sich mit einem Kollegen über ihre neuen Uniformen unterhielt. Der Kollege meinte, er müsse seine alte Uniform mit nach Hause nehmen und Hans antwortete „Ich hab´ meine alte schon zu Hause“.
Nach langem Zureden hat es dann doch geklappt und sie erklärte sich mit einem Rendezvous einverstanden. Da er aber als junger Schaffner keinen fixen Dienstplan hatte, war es nicht ganz einfach einen Termin zu finden. Aber schlussendlich hat es doch ganz schnell mit der Verabredung geklappt.

Auf dem Weg ins Standesamt

Aus einem Treffen wurden mehrere und ein Jahr später, am 22. Juli 1961, wurde die junge Dame seine Frau.
Der älteste Sohn kam 1962 zu Welt, die Tochter im Jahr 1964 und der jüngste Sohn 1970. Auch dazu gibt es eine Geschichte: Am Ostersamstag den 29. März 1970 hatte Hans Sluka Dienst als Zugführer (heute Zugbegleiter) auf der Fahrt nach Innsbruck. Der Zug musste im Bahnhof Rosenheim gestürzt werden, das heißt die Lok wurde ans andere Ende des Zuges gekuppelt. Das ganze Zugpersonal und der Aufsichtsbeamte (ca. 9 Personen) standen beisammen und unterhielten sich. Da kam eine alte Frau mit einem Rucksack und einem Stock in der Hand, die vom Aufsichtsbeamten schon von weitem als „unsere alte Hexe“ tituliert wurde. Sie schaute in die Runde und sagte zu Hans Sluka „Eisenbahner, du kriegst heuer noch einen kleinen Buben.“ Er antwortete noch „aber wirklich nicht“, worauf sie meinte „Du wirst noch an mich denken“. Und das tat er auch: im November des gleichen Jahres wurde als Nachzügler sein jüngster Sohn Robert geboren.

Hans Sluka im Dienstabteil 1979

Hans Sluka hilft Reisenden am Bahnsteig weiter

 

Bei der Abfertigung eines Zuges 2003

Hans Sluka war Zugbegleiter mit Leib und Seele. Der Spruch  Suche dir in der Jugend einen Beruf der dir Spaß macht und du wirst nie mehr arbeiten müssen“ trifft auf ihn nach eigener Aussage voll und ganz zu. Er hat sich in seiner aktiven Dienstzeit alle gefahrenen Kilometer aufgeschrieben und ist nach 35 Dienstjahren auf über 3 Millionen km gekommen.

Hans Sluka war immer schon ein sehr kommunikativer Mensch und hat sich immer im Zug mit den Reisenden unterhalten, ganz gleich ob alt oder jung. Als Alleinverdiener mit drei Kindern war er immer froh wenn er Überstunden machen konnte und da das Personal oft knapp war, kamen im Lauf seiner Karriere viele Überstunden zusammen.

Für seinen tollen Kundenservice wurde er immer wieder ausgezeichnet.

Hier ein Dankesschreiben von Generaldirektor Übleis.

 

Hans Sluka und Frau

Heute genießt Hans Sluka mit seiner Frau die verdiente Pension. Sein Geheimnis einer guten Beziehung verrät er gerne: In guten wie in schlechten Zeiten zusammenhalten, nicht gleich bei jeder Kleinigkeit auseinandergehen, sich gegenseitig achten und sich auch einen gewissen Freiraum lassen.

Natürlich war es Hans Sluka – als Eisenbahner mit „Leib und Seele“ – ein großes Anliegen, dass zumindest sein jüngster Sohn zu den ÖBB geht. Am besten sollte er Fahrdienstleiter werden. Aber wie es aber bei jungen Menschen oft so ist, wollte Robert auf seinen Vater nicht hören und ging seinen eigenen Weg.

Nach der Matura fing er also an Psychologie zu studieren und nebenbei zu jobben, unter anderem als LKW-Fahrer, in diversen Bürojobs und als ORF Guide am Küniglberg. Durch Zufall landete er in der Call Center Branche. Irgendwann wurde der Nebenjob zum Hauptberuf und im Jahr 2000 bewarb er sich als Call Center Leiter beim Postbus. Er hatte das Bewerbungsgespräch noch nicht einmal richtig verlassen und bekam schon den Anruf mit der Zusage.

Robert zum Eisenbahner zu machen, war seinem Vater nicht gelungen, aber immerhin: Statt Schienen halt Gummiräder! Und das Wichtigste: Er war Mitarbeiter der ÖBB.

Robert Sluka als Moderator bei einer Veranstaltung des Call Center Forums

Das Postbus Kundenservice wurde von Robert Sluka komplett umgebaut und neu strukturiert! Die Arbeit machte sich für ihn bezahlt – sowohl in Bezug auf das Kundenfeedback wie auch für ihn persönlich. Im Jahr 2003 wurde ich auf der Call Center World in Berlin zum Call Center Manager des Jahres für Österreich gewählt und im gleichen Jahr wurde er auch noch in Chicago als Call Center Manager ausgezeichnet.

Im Jahr 2005 kam dann der Anruf vom damaligen Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG , ob er nicht als Call Center Manager die 05-1717 übernehmen wolle. Er sagte spontan sofort zu und leitet seit Mai 2005 das telefonische Kundenservice der ÖBB. Nebenbei ist er auch noch Vizepräsident des Call Center Forums – dem Fachverband der österreichischen Call Center.

406 Tage ohne negative Berichterstattung

Und hier freut sich Robert Sluka gemeinsam mit seinem Chef Holger Blumör und dem Kollegen Christian Stubits über den Rekord von 406 Tagen ohne negative Medienberichterstattung über das ÖBB Kundenservice.

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Kommentare

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  1. Sylvia Schneider sagt:

    Das war noch ein Eisenbahner wie er leibt und lebt

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