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von Familie Trappl

Die Werke Wörth als Mittelpunkt einer Eisenbahnerfamilie

Wörth

Leopold Kastberger (geboren 1893), der Urgroßvater von Birgit Trappl, trat nach seinem Militärdienst im Ersten Weltkrieg in den Dienst der ÖBB. Als Arbeiter bei den Werken Wörth bei St. Pölten war er für die Instandhaltung und Reinigung des Rollmaterials mitverantwortlich.

Urlaubsschein Leopold Kastberger

Wegen dringender Familienangelegenheiten bekam er im September 1917 Urlaub und durfte von Wien Westbahnhof nach Hause nach St. Georgen am Steinfelde fahren.

St. Georgen am Steinfelde zur Zeit des Ersten Weltkrieges

Leopold Kastberger in der Zwischenkriegszeit

Originalfoto des ÖBB-Bedienstetenausweises von Leopold Kastberger in der Zwischenkriegszeit (siehe Stempelprägung), wo er wieder in den Werken Wörth arbeitete.

Leopold Kastberger (vorne erster von links) mit seinen Kollegen von den Werken Wörth

Leopold Kastberger (oben 1. von links) auf einer Lok (vermutlich Totalschaden durch Unfall) in den Werkstätten in Wörth.

Bahnausweis von Leopoldine Kastberger, der Urgroßmutter von Birgit Trappl

Auch während des zweiten Weltkrieges arbeitete Leopold Kastberger weiter für die Bahn. Ein Zeugnis dafür ist der Reichsbahnausweis seiner Frau Leopoldine Kastberger (der Urgroßmutter von Birgit Trappl)

Originalbild des ÖBB-Ausweises, Urgroßvater Johann Trappl

Johann Trappl sen., der Urgroßvater von Birgit Trappl väterlicherseits, wurde 1891 in Gmünd geboren. Er lernte in Wien den Beruf des Gärtners, ehe er in den Ersten Weltkrieg ziehen musste. Nach seiner Heimkehr 1918 trat er in den Dienst der ÖBB, zunächst in Gmünd. Nach dem Verlust der Werke an die Tschechoslowakei, kam er nach St. Pölten. Wie in der Chronik von St. Georgen „Ein Dorf in Stein und Ackerland“ nachzulesen ist*), trat er dann bei den Werken Wörth ein, wo er bis zu seiner Pensionierung arbeitete. Von 1946 bis 1965 war er Bürgermeister von St. Georgen am Steinfelde, wo er 1972 auch starb.

Kanonenherstellung in Wörth während des Ersten Weltkrieges*)

Die Werkstätten Wörth wurden während des Ersten Weltkrieges von der k.u.k. Heeresleitung als Zweigstelle des Wiener Arsenals als Eisenwerk, Holzwerk und Waffendepot errichtet.

Ansichtskarte der Werke in Wörth*)

1922 erwarben die ÖBB das Eisenwerk und das ehemalige Waffendepot und nutzten die Anlagen als Oberbauwerkstätte und für die Reparatur von motorischen und nichtmotorischen Schienenkleinfahrzeugen und Geräte/Werkzeuge des Bahnerhaltungsdienstes. Nach der Übernahme der Deutschen Reichsbahn wurde daraus das Oberbaustoff- und Weichenlager Wörth.*)
Birgit Trappls Großvater väterlicherseits Johann Trappl jun. (geboren 1922) begann nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls seine Karriere bei den ÖBB und trat etwa 1947 bei den Werken Wörth ein. Sehr schnell kam er in eine leitende Position. Zuletzt hatte er den Posten eines „Oberwerkmeisters“ im Bereich der Abteilung „Draisinen“ inne gehabt.

Großvater Johann Trappl in den Werken Wörth vor einer Draisine.

Johann Trappl an seinem Schreibtisch in der Weihnachtszeit

Auch in seiner Freizeit interessierte sich Johann Trappl für die Bahn, wie hier 1977 beim 100 Jahre Jubiläum der Leobersdorferbahn am Bahnhof Traisen.

Fahrt mit der Wälderbahn

Oder bei einer Fahrt mit der Bregenzer Waldbahn (im Volksmund auch Wälderbahn oder Wälderbähnle genannt) in den siebziger Jahren, für die auch eine weite Anreise in Kauf genommen wurde.

Der Vater von Birgit Trappl, Ing. Johann Trappl, begann 1980  seinen Dienst im Wagenwerk Jedlersdorf als Sondervertragsbediensteter. Bis Ende des Jahres 1982 wurde ihm Zeit gegeben, die
vorgeschriebenen Dienstprüfungen (Verwaltungsfachprüfung, Betriebsfachprüfung, Verrechnungsfachprüfung) erfolgreich abzulegen. Hätte er das nicht geschafft, wäre sein Vertrag bei den ÖBB beendet gewesen. 1981 wurde er nach Wörth versetzt. 1987 wechselte er wieder nach Jedlersdorf um 1988 wieder zurück nach Wörth zu kommen. Im Jahr 1991 nahm er eine neue Herausforderung in der Einkaufsdirektion in Wien an. Am 2. Oktober 2000 wurde die Fa. WWG als Joint Venture von ÖBB INFRA und VOEST ALPINE gegründet und Ing. Johann Trappl bewarb sich für den Bereich Einkauf als Leiter. Gleichzeitig mit der Bestellung zum Einkaufsleiter wurde ihm die Gesamtprokura übertragen.

 

 

Schon in jungen Jahren wurde bei Ing. Johann Trappl das Interesse an Schienenfahrzeugen gefördert.

Ing. Johann Trappl als Jugendlicher mit seinem Auto bei der Tauernschleuse

Foto anlässlich der Verabschiedung einer Kollegin

Heute ist Ing. Johann Trappl Prokurist und Leiter Einkauf bei der WWG Weichenwerk Wörth GmbH.

Mag. Birgit Trappl an ihrem Arbeitsplatz

 

Mag. Birgit Trappl, Bakk.MSc, hat nach ihrem Studium der Mathematik, Physik und Astronomie ihre ÖBB Karriere vor über einem Jahr in der Abteilung Linienmanagement des Fernverkehrs als Datenanalytikerin gestartet. Sie ist stolz darauf, diese lange Familientradition weiterführen zu können.

 

*) Ein Dorf in Stein und Ackerland – zur Geschichte des Stadtteils St. Georgen-Ochsenburg von der Kulturverwaltung der Landeshauptstadt St. Pölten, Mag. Renate Gamsjäger, Volkshochschule St. Pölten

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Wien

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Kommentare

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  1. Manfred Punz sagt:

    „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ Der Blick in eure Familiengeschichte war sehr interessant zum lesen. Ich wünsche dir viel Erfolg für die kommenden Jahre!

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  2. Schuster Siegfried sagt:

    Super Bericht, viel Glück beim Voting

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  3. Erika Galeta sagt:

    Wirklich sehr interessant zu lesen. Wir wollen mehr davon. Alles Gute!

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  4. Eva Michielini sagt:

    Vielleicht gibst auch noch eine 5. Generation…..in ca. 20 Jahren

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