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von Familie Kokol

Vom Eisdienst im Tunnel zum Vorstand des Salzburger Hauptbahnhofes

Ludwig Kokols Urgroßvater Franz Kokol wurde 1838 in Slowenien geboren. Er arbeitete bei der Bahn als Gleisarbeiter.

Großvater Franz Kokol geb. 1870 im Jahr 1917

Franz Kokols Sohn – der Großvater von Ludwig Kokol – hieß auch Franz. Auch er wurde 1870 in Slowenien geboren und arbeitete ebenfalls als Gleis und Magazinarbeiter.

Ludwig Kokol mit Eltern und Schwester im Jahr 1941

Der Vater von Ludwig Kokol wurde 1896 in Schladming geboren und war Magazinarbeiter und Stellwerkswärter beim Bahnhof Taxenbach-Rauris. Ab 1935 arbeitete er als Blockwärter bei der Haltestelle Eschenau.

Und auch drei Onkeln von Ludwig Kokol waren bei der Bahn: Johann Strobl, geb. 1892, war Personalbeamter bei der ehemaligen Streckenleitung St. Pölten, Franz Kokol, geb. 1899, war Magazinmeister im Bahnhof Schladming und später Personenkassier im Bahnhof Bischofshofen und Leopold Lösch, geb. 1897 in Stall im Mölltal, war Oberbauarbeiter in der Bahnmeisterei Mallnitz und über 20 Jahre lang Streckenbegeher zwischen Taxenbach und Zell am See.

Onkel Leopold Lösch

Gut gemeinte Ratschläge von Onkel Johann Strobl 1951

Zwei von Ludwig Kokols Cousins waren ebenfalls bei der Bahn: Franz Jungfrau war Materialbeamter bei der Bahnmeisterei Steyr und Franz Kokol war Verschubmeister beim Bahnhof Bischofshofen.

Anna Salzmann, die Tochter von Ludwig Kokol, lernte zwar ursprünglich den Beruf der Drogistin, startete aber ab 1980 am Bahnhof Zell am See bei der Zugauskunft. Ihr weiterer Berufsweg führte sie dann nach Salzburg, wo sie als Sachbearbeiterin im Verschub Region Mitte am Hauptbahnhof tätig war.

 

Doch jetzt zu Ludwig Kokol. Er hat eine einzigartige Karriere bei der Bahn gemacht und dabei Erfahrungen in unterschiedlichen Berufen gesammelt. Geboren 1929 in Taxenbach im Pinzgau, war er bei Antritt seiner Pension mit Ende des Jahres 1994 der älteste aktive Eisenbahner der BB.-Dion. Linz.

In Summe arbeitete er 50 Jahre bei der Eisenbahn. Doch der Reihe nach. Ludwig Kokols Traum war es immer schon Fahrdienstleiter an seinem Heimatbahnhof Taxenbach zu sein. Doch so schnell ging es nicht. Als 17-jähriger war er zuerst im „Eisdienst“ in den Tunnels zwischen Lend und Taxenbach unterwegs, um mit dem Eispickel das gefrorene Tropfwasser von den Tunnelwänden zu entfernen. Ludwig Kokol erinnert sich an damals: Ich hab´ geglaubt ich bin der Kaiser… diese Verantwortung!“ Und er erzählt, dass sein Vater – wenn er frei hatte – mit ihm mitgegangen ist, um „ein Aug´ zu haben auf den Buam.“

 

Ludwig Kokol im Bahnhof Zell am See 1954

Das Büro der Fahrdienstleitung Zell am See 1954

In der Folge war Ludwig Kokol als Oberbauarbeiter, Magazinarbeiter, Block- und Schrankenwärter und Stellwerkswärter tätig. Und bald danach erfüllte sich Ludwig Kokols Traum und er wurde nicht nur Fahrdienstleiter in Taxenbach, sondern auch auf allen Bahnhöfen zwischen Leogang und Salzburg Hauptbahnhof, auf der Krimmler (Schmalspur)bahn, aber auch zwischen Bischofshofen und Radstadt, Windischgarten, Linz Wegscheid und viele mehr.

Fahrdienstleiter Ludwig Kokol 1962, er erwartet im Bahnhof Schwarzach St. Veit den Kärntenexpress EX 155

Er war Projektkoordinator beim Umbau des Bahnhofs Schwarzach, Schulungsbeamter und Bahnhofsvorstand in Zell am See.

Umbau Bahnhof Schwarzach im Jahr 1976

Und schlussendlich Bahnhofsvorstand am Salzburger Hauptbahnhof. Auch als Chef von über 1000 MitarbeiterInnen blieb Ludwig Kokol dabei immer elegant, freundlich und gelassen.

Ludwig Kokol 1989

Als er mit Ende des Jahres 1994 in den verdienten Ruhestand verabschiedet wurde, engagierte sich Ludwig Kokol weiterhin in der Gemeinde Schwarzach (wo er unter anderem 15 Jahre Vizebürgermeister war) und als Präsident des Museums Tauernbahn. Für seine Verdienste und sein Engagement wurde Ludwig Kokol mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet. U.a. wurde ihm vom Bundespräsidenten der Berufstitel Regierungsrat verliehen, er ist Bundesbahn Direktionsrat, hat das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhalten und wurde mit der Viktor-Adler-Plakette und der Dr. Bruno Kreisky Medaille ausgezeichnet.

In der aktuellen Ausgabe der Pongauer Nachrichten wird Ludwig Kokol für sein Leben mit der Eisenbahn unter der Rubrik Pongauer Original geehrt.

Pongauer Nachrichten vom 16. November 2017

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare

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  1. Andreas Haitzer sagt:

    Ich darf zur Lebensgeschichte von Ludwig Kokol sehr herzlich gratulieren.
    Wie im Bericht deutlich wird, war und ist er zeitlebens ein Gentleman.
    Als Bürgermeister von Schwarzach bin ich stolz, einen Menschen wie Ludwig Kokol als Freund zu haben.
    Zudem sei noch erwähnt, dass Ludwig Kokol auch Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Schwarzach ist.
    Im Namen der gesamten Marktgemeinde wünsche ich unseren Ludwig noch alles Gute.
    Bgm. Andreas Haitzer e.h.

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