Zum Inhalt Zum Menü
von Familie Matthä

Von Brückenbauern, vergessenem Käse und einer Colonie

Wien

Die Eisenbahnergeschichte der Familie Matthä beginnt im Jahr 1838.

Johann Tichy im Kreis seiner Kolleginnen und Kollegen

Damals wurde Johann Tichy geboren. Der Ur-Ur-Opa von Andreas Matthä arbeitete vor rund 150 Jahren bei der Nordwestbahngesellschaft als Schlosser an der ersten eisernen Brücke über die Donau mit.

Plan für die vierteilige Nordwestbahnbrücke

Die Nordwestbahnbrücke wurde im Zuge der Donauregulierung von 1870 – 1872 zunächst für ein Gleis der Nordwestbahn errichtet.

Die Belastungsprobe mit insgesamt 12 Lokomotiven fand wenige Tage vor der Eröffnung statt

Eisstoss 1929

Nach Einstellung des Personenverkehrs am Nordwestbahnhof wurde zwischen 1962 und 1964 auf den Brückenpfeilern der Nordwestbahnbrücke die Nordbrücke als Straßenbrücke errichtet.

Jedlesee um 1900

Später arbeitete Johann Tichy in der Waggonausbesserung. Da sich in Jedlesee und Umgebung nicht genug Wohnungen für die Bahnbeamten und Arbeiter finden ließen, entschied man sich 1873 nördlich der Werkstätten acht Häuser mit insgesamt 56 Wohnungen und 24 Kabinetten für ledige Arbeiter zu bauen. Verheiratete Paare wie die Familie Tichy erhielten Wohnungen mit Zimmern, Küche und Nebenräumen, die in der damaligen Zeit modernsten Standards entsprachen. Zu jeder Familienwohnung in der „Nordwestbahn – Colonie“ gehörte auch ein kleiner Garten.

Projekt Florasdorf der ÖBB Immo © Fotocredit: DI Otto Häuselmayer

Der heutige Straßenname „Koloniestraße“ bezieht sich auf diese frühere Eisenbahnersiedlung. Heute plant die ÖBB Immo an dieser Stelle das Stadtentwicklungsprojekt Florasdorf, das ebenfalls von viel Grün geprägt sein wird.

Karl Homula, der Ur-Großvater von Andreas Matthä

Die Tochter von Johann Tichy heiratete im Jahr 1900 in Jedlersdorf Karl Homula. Auch er arbeitete in der Waggonausbesserung und im Waggonbau in Jedlersdorf als Schlosser. Aus Familienüberlieferungen ist bekannt, dass er eine Vorliebe für Käse hatte, im speziellen für besonders intensiv riechende Käse wie Quargel. Seine Kollegen haben sich eines Tages bei Wartungsarbeiten am Salonwagen des Kaisers einen Scherz erlaubt und ein Stück Käse in der Polsterung versteckt.

Das Interieur des K.&K. Hofzuges

Der Salonwagen wurde aber bald nach Ende der Reparatur vom Hof zurückgeschickt, weil der Geruch im Inneren unerträglich war und man die Ursache nicht finden konnte. In der Folge musste die Polsterung erneuert werden, was aber für niemand negative Konsequenzen hatte.

Die damalige Zeit war von großer wirtschaftlicher Not geprägt und erst durch die Konsum-Genossenschaft konnte man sich Lebensmittel leichter leisten, wusste die Mutter von Andreas Matthä aus den Erzählungen ihrer Großeltern.

Alois Wenka

Friederike Homula, die Tochter von Karl Homula, heiratete im Jahr 1922 Alois Wenka, der 1918 als deutschsprachiger Tscheche nach Wien übersiedelt war. Er begann als Betriebsassistent am Bahnhof Jedlersdorf. Später gab er als Telegrafist und Christ-Gewerkschafter Kurse in Telegrafie. Ab 1938 war er als Fahrdienstleiter in Eisenerz tätig. Immer wenn hohe Nazis nach Eisenerz kamen, wurde ihm Hausarrest verordnet. Später musste er – zwecks besserer Überwachung – in die BBDion nach Villach in den kommerziellen Dienst wechseln.

Felicitas Wenka, die Tochter von Friederike und Alois Wenka, heiratete 1957 Ing. Josef Matthä. Der Vater von Andreas Matthä war als Bautechniker bei der Elektrobauleitung St. Michael tätig. Später zeichnete er als Hochbauführer für den Neubau des Bahnhofs Gmünd verantwortlich und übernahm in der Folge das Bauwesen für den KWD.

Sein Sohn Andreas Matthä trat als Bautechniker nicht nur in die Fußstapfen seines Vaters, sondern auch als Brückenbauer in die seines Ur-Ur-Großvaters Johann Tichy. Denn gleich nach der HTL-Matura trat Andreas Matthä 1982 bei den ÖBB ein und war in der ÖBB Bauleitung Wien für Brückenbau und Tiefbau zuständig. Ab 1986 verantwortete er in der ÖBB Generaldirektion die Instandhaltung für den Brückenbau österreichweit. Ab 1998 studierte er berufsbegleitend an der Fachhochschule Wien und graduierte 2002 zum Mag. (FH). 2005 wurde er Prokurist und Geschäftsbereichsleiter Controlling und Finanzen der ÖBB-Infrastruktur Bau AG, deren Vorstandssprecher er in den Jahren 2008 und 2009 war. Ab 2008 fungierte er als Ressortvorstand Anlagen der ÖBB-Infrastruktur AG, ab 2009 als Vorstand Finanzen, Markt, Service.

Ing. Mag (FH) Andreas Matthä, CEO der ÖBB-Holding AG

Andreas Matthä ist mit seiner Frau Bettina seit 33 Jahren verheiratet. Sie haben eine erwachsene Tochter.

Von Schrankenwärtern, Lampisten und Zugführern bei der Franz-Josefs-Bahn

Kainreith

von Familie Reisel

Der Urgroßvater von Thomas Reisel, Augustin Berndl, war von 1912 – 1953 Block- und Schrankenwärter bei der Haltestelle Kainreith-Walkenstein der Franz-Josefs-Bahn im Waldviertel. Die Franz-Josefs-Bahn wurde ursprünglich geplant, um Steinkohle vom Pilsener Becken nach Wien zu transportieren. Am Bau waren 143.000 Arbeiter beschäftigt. Am 1. November 1869 – also vor fast 150 Jahren – war…

Die Werke Wörth als Mittelpunkt einer Eisenbahnerfamilie

Wörth

von Familie Trappl

Leopold Kastberger (geboren 1893), der Urgroßvater von Birgit Trappl, trat nach seinem Militärdienst im Ersten Weltkrieg in den Dienst der ÖBB. Als Arbeiter bei den Werken Wörth bei St. Pölten war er für die Instandhaltung und Reinigung des Rollmaterials mitverantwortlich. Wegen dringender Familienangelegenheiten bekam er im September 1917 Urlaub und durfte von Wien Westbahnhof nach…

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.